Rathaus

Weithin sichtbar erhebt sich das Zeitzer Wahrzeichen, der 52 Meter hohe Rathausturm, über die Stadt. Aber der Turm ist bei weitem nicht das einzige imposante an diesem Gebäude.
Als Bischof Ulrich I. im Jahre 1322 die heute älteste erhaltene städtische Urkunde ausstellte, erwähnte er in dem so genannten "Eidgeschoß" auch ein Rathaus, in dem an Markttagen Händler Stoffe zum Verkauf anbieten konnten. Die Vermutung liegt nahe, das dieses Kauf- und Rathaus ein Vorläufer des heutigen Gewandhauses gewesen sein muss. Und mit dem Wachstum der Stadt, wuchs auch das Rathaus. Unter Leitung des Altenburger Baumeisters Sebald Waldstein entstand in den Jahren 1505 bis 1509 ein im spätgotischen Stil errichtetes Gebäude. Während die Fassade eher schlicht wirkt, zeugen die herrlichen Giebel an Ost- und Westseite vom Wohlstand der Zeitzer Bürger zum Ausgang des Mittelalters.Im Laufe der Jahr- hunderte durchlebte das Gebäude eine wechselvolle Geschichte.
Heute sind der prächtig ausgestattete Friedenssaal, die gotische Diele und die einstigen Zimmer der Zeitzer Bürgermeister im Rahmen einer Rathausführung zu besichtigen.


Michaeliskirche

Wann mit dem Bau der Michaeliskirche begonnen wurde ist bis heute noch weitgehend ungeklärt. Wesentliche Teile des Baus sind aus der romanischen Zeit erhalten.An der dreischiffigen Hallenkirche erfolgten im laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauten. Bei Renovierungsarbeiten entdeckte man anno 1882 einen originalen Plakatdruck von Luthers Thesen von 1517. Der Zeitzer Lucas Scholz schenkte dann im Jahr 1613 den Druck, der in einem Sammelband mit Schriften Luthers zum Ablasshandel enthalten war, der Bibliothek der Michaeliskirche. Weltweit existieren heute nur noch sechs Exemplare dieses bedeutsamen Dokuments, dessen Faksimile heute im Gemeindezentrum am Michaeliskirchhof zu besichtigen ist.



Schloss Moritzburg

Im Jahre 967 erhob Kaiser Otto I. Zeitz zum Bischofssitz. Nach der Gründung des
Herzogtums Sachsen-Zeitz im Jahr 1656 übernahm Herzog Moritz die Regentschaft und veranlasste den Bau des Schlosses "Moritzburg an der Elster".
Der Dresdner Architekt Moritz Richter gestaltete den Bau unter Einbeziehung des Doms und des Grundrisses der Bischofsburg im Stil des frühen Barock. 1678 wurde der gesamte Gebäudekomplex fertig gestellt.Mit dem Ende des Herzogtums im Jahr 1718 verlor das Schloss Moritzburg seinen Status als Herzogresidenz, war aber bis 1815 Sitz der kur- fürstlichen und stiftischen Regierung. Die nachfolgenden Bewohner waren weit weniger adlig. Nachdem die Anlage 1928 in den Besitz der Stadt überging, beherbergte sie ein Jahr lang das Arbeitsamt und die Volksküche. Eine erste museale Nutzung erfuhr das Schloss 1931,als der Zeitzer Geschichts- und Altertumsverein seine kulturhistorische Sammlung im Südflügel ausstellte. Heute gilt das Schloss Moritzburg als bedeutender Museumsstandort.
Als eindrucksvolles Baudenkmal Sachsen-Anhalts ist es ein wesentlicher Bestandteil der Straße der Romanik
.


Unterirdisches Zeitz

Eine besondere Sehenswürdigkeit sind in Zeitz die vielen Gänge und Gewölbe. Unter der Zeitzer Altstadt befinden sich zwischen 200 und 300 solcher Gang- anlagen. Durch die Gründung der Interessengemeinschaft "Unterirdisches Zeitz" e.V. im Jahr 1990 wurde eine systematische Sicherung der Gänge möglich. Viele Gänge waren teilweise mit Asche und Schutt verfüllt worden. Erst durch den Ausbau von Gängen zum Führungsgangssystem wurde es möglich diese Gänge Besuchern zugänglich zu machen. Seit 1999 ist die ehemalige Mathes-Likörfabrik das Vereinshaus und der Treffpunkt für alle Gangführungen.


Dom St. Peter & Paul


Auf dem Gelände der Moritzburg befindet sich der Dom St. Peter und Paul, der zu den geschichtsträchtigsten Bauwerken unserer Region gehört und eng mit der Entwicklung der Stadt Zeitz verbunden ist. Unweit einer Ansiedlung im heutigen Brühl entstand nach Über- lieferung von Bischof Thietmar von Merseburg im 10. Jahrhunderts eine Königsburg mit einer Kirche, welche mit Gründung des Bistums Zeitz (968) als Bischofskirche genutzt wurde. Nach der Verlegung des Bischofssitzes nach Naumburg im Jahre 1028 wurde mit dem Bau einer romanischen Basilika begonnen. Noch heute sind Teile dieser Stiftskirche erhalten. Die Krypta ist der älteste erhaltene christliche Sakralbau östlich der Saale und eine der ältesten Hallenkrypten in Deutschland. Dies findet Widerspiegelung als 56. Station an der Straße der Romanik.


Herrmannschacht

Aufgrund ihrer Bedeutung wurde die Brikettfabrik "Herrmannschacht" bereits 1961 unter Denkmalschutz gestellt. Sie gilt heute als älteste erhaltene Brikettfabrik der Welt.
Der am 7. April 1994 gegründete Verein "Mitteldeutscher Umwelt- und Technikpark" e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, technische Denkmäler wie den Herrmannschacht für die Nachwelt
zu erhalten. Das Industriemuseum vermittelt heute mittels Braunkohlenwald, Brikettfabrik und einer Sammlung historischer Öfen gleichermaßen Einblicke in Entstehung, Verarbeitung und Verbrauch von Braunkohle.